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Biografie März 2007

Simone Gschaider

„Selbst und ständig“

Portrait Simone Gschaider

Simone Gschaider
Inhaberin des Schmuckgeschäftes „Atelier im Kornmesserhaus“

Wie ich mich selbständig gemacht habe

Nach dem Studium (Kulturwissenschaften; genauer gesagt Textilwissenschaft, Geschichte und Kunstgeschichte), während dem ich für die Museumslaufbahn ausgebildet wurde, stellte sich die Frage: Promotion oder nicht? Doch die Chancen, selbst mit Promotion auf dem kulturellen Sektor eine Stelle zu bekommen, stehen seit einiger Zeit denkbar ungünstig. Stattdessen begann ich mich immer mehr für die Selbständigkeit zu interessieren, und zwar im Einzelhandel, mit einem eigenen Geschäft.

Bereits während des Studiums hatte ich Nebenjobs im Woll- und Buchhandel, die mir gezeigt hatten, daß mir der Einzelhandel mitsamt seinem Kundenkontakt sehr liegt. Auch mit Schmuck war ich schon während des Studiums in Kontakt gekommen. Schmuck gehört zur Kleidung, ist ein wichtiger Teil der Mode.

Eine meiner Hausarbeiten und ein Teil meiner Magisterarbeit befaßte sich mit der indischen Schmuckwelt.
Neben der wissenschaftlichen Theorie begann mich nun auch die Praxis der Herstellung zu interessieren.

Erste Schritte in Richtung Selbständigkeit waren der Gang zur Arbeitsagentur und der IHK, sowie das Erstellen eines Businessplans. Alle Papiere und Unterschriften zu erhalten, vor allem in der richtigen Reihenfolge, erwies sich als nervenaufreibend und nicht ganz einfach. Gleichzeitig erfolgte die Kontaktaufnahme zu zukünftigen Lieferanten auf der ganzen Welt, der Besuch von Messen und Fachveranstaltungen und die Suche nach einem geeigneten Ladenlokal.

Das Atelier im Kornmesserhaus (seit 29.04.2006)

Auf einem Spaziergang entdeckte ich zufällig die Baustelle Kornhausplatz 10, in deren Erdgeschoß ein Ladenlokal entstehen sollte. Es handelte sich um das alte Kornmesserhaus. Ein saniertes Kulturdenkmal in der Innenstadt – mein Kulturwissenschaftlerherz pochte! Ein erster Anruf beim Architekten zeigte, daß der Mietpreis des Objektes erwartungsgemäß recht hoch war, was natürlich die späteren monatlichen Belastungen beeinflussen würde, doch da ich das Lokal absolut haben wollte, mußte ich in den sauren Apfel beißen.

Dann hieß es warten. Ein halbes Jahr verging, bis die Baustelle fertigsaniert und bezugsbereit war. Zeit, die ich nutzte, um die neugeknüpften Kontakte zu festigen und auszubauen. Ware wurde ausgewählt und bestellt (wozu einige Auslandsfahrten nötig waren; die Perlen und Schmuckkomponenten kommen nicht nur aus Europa, sondern auch aus Japan, Indien, den USA etc.), die Innenausstattung geplant und in Auftrag gegeben.

Schon vor Eröffnung des eigentlichen Geschäftes besuchte ich die erste Messe als Aussteller, die „Leben Wohnen Freizeit”in Ulm. Seither gehören Verkaufsmessen zu den wichtigen Eckpunkten in bezug auf Marketing.
Printwerbung hat sich als nicht halb so effektiv herausgestellt, wie die tatsächliche Präsentation der Ware, die der potentielle Käufer sehen und anfassen kann.

Die Finanzierung des Ladengeschäftes lief von Anfang an privat. Als Gründerin direkt von der Universität, mit nur einem Jahr Berufstätigkeit vor der Gründung und ohne nennenswerte Sicherheiten sah ich keine großen Chancen auf einen Kredit. Auf Anraten meines Steuerberaters gründeten mein Vater und ich eine atypisch stille Gesellschaft, welche über finanzielle Einlagen die notwendigen Mittel aufbringt.

Wichtige Helfer im Hinter- sowie im Vordergrund

Seit der Eröffnung des Ateliers im Kornmesserhaus herrscht die Sechstagewoche, da das Geschäft montags bis samstags geöffnet ist, mit einem zusätzlichen großen Anteil Sonntagsarbeit. Da ich tagsüber im Geschäft bin, mit stundenweiser Unterstützung durch meine Mutter, muß die Buchhaltung abends gemacht werden.

Ohne die Unterstützung von Famile und Freunden wäre es absolut nicht durchführbar. Allein das Verständnis, warum man nie Zeit für irgendwas hat, ist enorm wichtig. Nach nun mittlerweile fast einem Jahr hat sich Routine eingestellt und die Zahlen werden immer besser. Und das, obwohl die gesamte Ware vorab finanziert werden muß, d.h. die Finanzierung auf sicheren Beinen stehen muß. Bereut habe ich es bisher noch keinen Tag.

Ausblick

Es ist ein tolles Gefühl, morgens das „Eigene” aufzuschließen und allein verantwortlich zu sein. Allerdings ist man eben auch allein verantwortlich. Man kann nichts abschieben oder an Kollegen verweisen. Wenn Kundenfragen auftauchen, sollte man besser alle Antworten haben.

Simone Gschaider

Biografien 2010

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Kontakt

Simone Gschaider
Atelier im Kornmesserhaus
Kornhausplatz 10
89073 Ulm
0731-379 5536
atelier@kornmesserhaus.de
www.kornmesserhaus.de

Foto von sich anstossenden Sektgläser als Symbol für den Erfolg

Den Schlüssel zu meinem Erfolg sehe ich darin,

  • dass ich mir viel Zeit nehme für die Kundenberatung, auch für persönliche Gespräche „über Gott und die Welt“ denn der zwischenmenschliche Faktor ist für ein kleines Geschäft, wie dem meinen, sehr wichtig.

Mein Fazit:

  • Nach nun mittlerweile fast einem Jahr hat sich Routine eingestellt und die Zahlen werden immer besser.
    Und das, obwohl die gesamte Ware vorab finanziert werden muß, d.h. die Finanzierung auf sicheren Beinen stehen muß. Bereut habe ich es bisher noch keinen Tag.
Gruener Hintergrundstreifen