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Biografie No. 1, Februar 2010

Birgit Hauser

„Den frechen Frauen gehört die Welt“

Portrait Birgit Hauser

Birgit Hauser studierte Bauingenieurwesen/ Projektmanagement Richtung Umwelt. Im Aufbaustudium Umwelttechnik und Management vertiefte sie ihr Wissen in erneuerbare Energien. Seit 2006 ist sie selbstständig im Bereich Bau und Energie.

Warum gerade Bau?

Bereits im Sandkastenalter habe ich mit meinem Bruder vereinbart, dass wir später mal auf dem Bau große Geschäfte machen werden.
Das gesammelte Wissen der letzten Jahre lies meinen Lebenstraum ein eigenes Haus zu bauen immer stärker werden. Mit meiner Erfahrung habe ich eine genaue Vorstellung vom nachhaltigen bauen.
Die Handwerkerhaftung ist in Deutschland das größte Hindernis für lang Bewährtes, Neues und alles, was nicht ganz dem Standart entspricht. Mein Forschergeist, Mut und Durchsetzungskraft hat mich dazu getrieben, nachdem ich keine Firmen gefunden habe, welche mir bei der Umsetzung geholfen hätten, alles selbst in die Hand zu nehmen und 10 Mann einzustellen. Frei nach dem Motto, die Haftung gehört mir, und dafür bekomme ich meine Vorstellungen erfüllt.

Männerdomäne Bau?
Keine Chance gegen weibliches Feingefühl!

Unser Leben läuft immer schneller ab, wir sehnen uns mehr nach Geborgenheit und einem Rückzugsort. Bei meinen Planungen ist dies die Grundvoraussetzung und daraus entstand das Konzept vom ganzheitlichen bauen und sanieren. Der Mensch, welcher hinter seinen Räumlichkeiten steht, ist das Wichtigste. Deshalb ist es mir ein Anliegen dessen Bewusstsein zu schärfen, um das Umfeld gesund, harmonisch und nachhaltig gestalten zu dürfen.

Herausforderung Bau

Es ist schwierig sich in der Männerwelt zu etablieren, aber mit weiblichem Charme und Schlagfertigkeit machbar.
Der Bau ist eine eigene Welt, man muss die raue Sprache beherrschen und darf sich nicht wundern, wenn so manche unerwartete Methode angewendet wird.

Von 0 auf 180 zu Starten bedarf einer großen Organisation. Ich musste passende Mitarbeiter finden, diese in einem Team zusammenschweißen und meine Position stärken und delegieren lernen. Die Bürokratie bewältigen ist eine der größten Herausforderungen. Um die Kosten gering zu halten und das Risiko einzugrenzen, musste ich entscheiden welches Werkzeug und Baumaschinen ich kaufe oder miete.

Die Verhandlungen mit den Baustofflieferanten sind teilweise sehr hart bzw. man muss hartnäckig bleiben, man ist noch nicht bekannt und das passende Produkt und Preis ist oft weit weg von den eigenen Vorstellungen. Die größte Herausforderung ist meine Familie. Wohin mit meinen Kindern nach Kindergarten und Schule? Wer macht den Haushalt….

Hilfe ist wichtig

Fragen, Fragen und nochmals Fragen. Man kann nicht alles wissen.
Ich habe das Glück, dass Heinz mir immer zur Seite steht. Eine wunderbare Freundschaft verbindet uns seit Jahren, er hilft mir oft mit Rat und Tat. Mit großer Erfahrung und seiner unvoreingenommener Art, ist er mein Ruhepol.


Über Zeitungsanzeigen habe ich meine Mitarbeiter gefunden, Baumaschinen und Werkzeug konnte ich bei Baumaschinenvermietungen und bei einem ehemaligen Bauunternehmen mieten.


Zum Glück gibt es Steuerberater, IHK, Hotlines…., um den Papierkram in den Griff zu bekommen, bevor der einen im Griff hat.
Baustoffe, welche nicht meiner Qualitätsanforderung entsprechen, habe ich mit einem Fuhrunternehmen vom Ausland einführen lassen.

Mit zwei Kindermädchen und einer Putzfrau habe ich mir den Rücken freihalten können, ohne dass meine Familie kapitulieren musste.

Der Schlüssel zu meinem Erfolg

Als Initiativtyp habe ich bereits die charakterlichen Grundzüge in die Wiege gelegt bekommen. Ich organisiere gerne, kann mich und mein Umfeld gut motivieren und bin ein unverbesserlicher Optimist.

Was ist für die Praxis hilfreich?

Mitarbeiter führen und delegieren funktioniert am besten, wenn man mit gutem Beispiel vorangeht, das Wissen und Können des einzelnen Mitarbeiters berücksichtigt, mit positiver Grundeinstellung, klare Ziele vorgibt.

Manchmal steht man vor einer Aufgabe, welche in ihrer Komplexität fast nicht greifbar ist. Jede große Sache ist in viele Einzelteile oder Aufgaben zerlegbar. Das Einzelne ist überschau- und umsetzbar. Manchmal ist es auch äußerst hilfreich, wenn man sich „einfach” über eine Sache heranmacht, anstatt lange zu überlegen und mit „Schwarz-Weiß- Sehen” zu viel zu zögern. Unvoreingenommen ausprobieren, setzt unerwartete Kräfte frei.

Vor jeder schweren Aufgabe habe ich mir auf dem Weg zum Bau immer gesagt: „Es ist ein schöner Tag, es wird Alles gut gehen und die Sonne scheint ”, und – es klappt immer, abgesehen vom Wetter!

Die Bauwelt wachrütteln – das ist meine Zukunft

Die Zukunft wird auf jedem Fall abwechslungsreich sein. Ich werde mich ein Stück weit versuchen dem Markt anzupassen, aber mir dabei immer treu bleiben.

Das Bauunternehmen war vorerst ein Exkurs, bei dem ich mir das praktische Wissen aneignen konnte, welches in keinem Buch nachzulesen ist. Meine praktische Erfahrung möchte ich gerne dem Kunden bei der Planung in meinem Ingenieurbüro weitergeben.

FAZIT

„Ich lebe meinen Charakter in der Selbstständigkeit frei aus. Diese Freiheit gibt mir den Antrieb auch in Niederlagen, weiter nach vorne zu schauen. Meine Arbeit passt zu mir und ich passe zu ihr, dadurch sichere ich ein kongruentes Auftreten und dies strahle ich auch auf mein Umfeld aus. Kurzum, egal wie oft der Markt ein neues Tätigkeitsfeld fordert, ich werde mir immer treu bleiben, weil dies meinen Erfolg ausmacht.”

Birgit Hauser

Biografien 2010

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Kontakt

Birgit Hauser
Romanweg 20
89079 Ulm
Telefon: 0731– 55 21 701
Telefax: 0731 – 55 21 702
www.ibhauser.com

Foto von sich anstossenden Sektgläser als Symbol für den Erfolg

Kurzvita

  • Jahrgang 1974
  • 1994 Abitur
  • 1994 – 1995 Weltreise mit Rucksack
  • 1995- 1996 Praxis in der Zimmerei und während dem Studium zur Finanzierung
  • 1996 – 2001 Studium Bauingenieurwesen/ Projektmanagement
  • 2001 – 2002 Aufbaustudium Umweltmanagement und Technik
  • 2003 Sachverständige TÜV Süddeutschland
  • 2004 – 2005 Freie Handelsvertreterin Photovoltaik
  • Ende 2005 Ausbildung zur Gebäudeenergieberaterin HWK
  • seit März 2006 Dozentin im Bereich Gebäudeenergieberatung
  • Fernstudium 2007 – 2009 Energieberatung Industrie und Gewerbe
  • seit 2007 als Gebäudeenergieberaterin für Alt- sowie Neubau Wohngebäude, Industrie und Gewerbe.
  • 2009 – 2010 Bau vom Prototyp und ganzheitliche Planung
Gruener Hintergrundstreifen