Frauenprofil im Juni 2009

Dr. Ingrid Krick-Kohler
Die Idee Medizin zu studieren verfolgte ich bereits ab der 11. Klasse, nachdem wir im Rahmen des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums ein Sozialpraktikum absolviert hatten.
Die Tätigkeit in der Klinik empfand ich als erfüllend und spannend. Während des Studiums wechselte die Begeisterung von Fach zu Fach und ich hätte mir mit wenigen Ausnahmen jede Fachrichtung als späteres Arbeitsfeld vorstellen können.
Nach dem Staatsexamen war mein Wunsch in der Chirurgie zu arbeiten,
deswegen auch die Doktorarbeit in diesem Fach.
Mein Doktorvater, eine menschlich und fachlich große Persönlichkeit
, riet mir ab als „Frau” eine chirurgische Laufbahn einzuschlagen.
In den letzten 20 Jahren hat sich die Situation der Ärztinnen
in der Klinik sicher deutlich verbessert, jedoch ist es nachwievor eine erhebliche
organisatorische Herausforderung mit Familie klinisch tätig zu sein.
Mir wurde nach Tätigkeit in der Inneren Medizin
eine Stelle in der Gynäkologie angeboten und es sollte sich als „mein”
Fach herausstellen.
Die Kombination von chirurgischer Tätigkeit, Endokrinologie und der Geburtshilfe
ist für mich eine fantastische Mischung ärztlicher Tätigkeit.
Die Niederlassung mit meiner langjährigen Ausbildungskollegin
war der Schritt in einen für uns völlig fremden Bereich –
nämlich der des sogenannten freien Unternehmers.
Mit Neugierde, Eifer und der Energie der Freiheit aus der beengenden Klinikhierarchie
herauszutreten haben wir mit dem Aufbau und einer primär aufwändigen
Renovierung der Praxis begonnen.
Nach zehn Jahren haben wir eine weitere frühere Kollegin zum Einstieg
bewogen und nun sind wir in idealer Kombination zu dritt fachlich und freundschaftlich
verbunden.
Das „frohe Schaffen” ist für mich nur mit einem Partner möglich, der die Hälfte der Familienarbeit trägt und auch Freude daran hat. Wir teilen die Nachmittage sodass unsere Söhne Elternpräsenz erleben (genießen?) und wir das Gefühl, Arbeit und Familie gut verbinden zu können.
Die tägliche ärztliche Tätigkeit und die Auseinandersetzung mit Frauen aller Generationen in ihrem Lebenskontext ist vielfältiger und bereichernder als ich mir ursprünglich vorstellen konnte.
Die Medizin ist unser sicherlich wichtigster Part, aber die
Gestaltenfülle des sozialen und emotionalen Hintergrundes unserer Patientinnen
ist von erheblichem Gewicht und Eindruck auf unser Tun.
Aus diesem Grund habe ich mich vor vier Jahren entschlossen begleitend eine
Ausbildung in Psychotherapie zu beginnen.
Die Zusammenhänge von Streß und Hormonen
ist ein wissenschaftlich und sozial weites Feld dem in den letzten Jahren
viel Beachtung geschenkt wurde.
– Wie gehen wir mit unseren „Vielfachbelastungen” um,
– wie zeigt uns der Körper die Überlastung?
– Was heißt Selbstfürsorge für die Frauen in unserer
Kultur?
Über diese Fragen und Ihre Erfahrungen freue ich mich am 14.5.09 mit Ihnen zu diskutieren.
© und verantwortlich für den Inhalt:
Anne Ammann und Andrea Ludwig
© Konzept und Design:
Anne Ammann Grafik, Ulm * www.ammann-grafik.de
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